Bautagebuch Team Massivhaus 2011 » Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: Dachstuhl fehlerhaft Teil 5

Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: Dachstuhl fehlerhaft Teil 5

Donnerstag, November 24, 2011

So, da ist er: Teil 5 des Dachstuhl-Dramas.

Ältere Beiträge zu diesem Thema:
Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: Dachstuhl fehlerhaft
Dekra Audit Rohbau
Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: Dachstuhl fehlerhaft Teil 2
Haus I: Dachstuhl Baubegehung
Dachstuhl: Statik stimmt nicht
Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: Dachstuhl fehlerhaft Teil 3
Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: Dachstuhl fehlerhaft Teil 4
Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG: 19 Stiche
Dritte Baubegehung des Dachstuhls

Leider ist die Sache weiterhin nicht durchgestanden. Wer denkt, Team Massivhaus würde sich für die Probleme am Dachstuhl entschuldigen oder der Bauherrin einen Blumenstrauß schenken oder zumindestens eine Tütte Blumensamen (wir bei mir damals), der irrt. Statt dessen reagiert Team Massivhaus etwas anders. Dazu komme ich aber zum Schluss drauf zurück.

Letzten Freitag hat die Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG zum 3. Mal unsere Baustelle besucht. Da bei der vorletzten Baubegehung nach der ersten Nacharbeit weiterhin eine große Anzahl Fehler aufgefallen sind, musste die Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG eine zweite Nachbesserung durchführen.

Nach der ersten Nacharbeit waren auf einer Hausseite ganze 19 Stiche vorhanden. Nun wurden die alten Stiche herausgenommen, so dass auf beiden Hausseiten 10 Stiche vorhanden sind. Da von den neuen Balkenstichen bei den ersten Nacharbeiten vorn die “Nasen” abgesägt wurden – warum auch immer -, fehlten diese nun, um daran das Stirnbrett zu montieren. Um das Problem zu lösen, wurden die alten Stiche halbiert, die Nasen abgeschnitten und an die neuen Balkenstiche seitwärts dran genagelt. Ich nenne diese Dinger liebevoll “Balkenstichprothesen”:

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Hier die Überreste der ausgemusterten Stiche:

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Da in der ersten Version des Daches die Stützbalken fehlten, wurden diese bei den ersten Nacharbeiten ergänzt. Allerdings fehlte zur Aufnahme einer Stütze ein geeigneter Balken. Daher wurde vom Statiker in der neu berechneten Statik ein 14cm breites Beiholz gefordert. Eingebaut wurde jedoch lediglich ein 10cm breites Beiholz. (Ich frage mich ernsthaft, ob man wirklich davon ausgegangen sei, dass wir das nicht merken würden.) Der neue Bauleiter erzählte mir, dass es eine 1/3-Regel gibt, nach der man 1/3 weniger nehmen kann als in der Statik ausgewiesen und damit noch im grünen Bereich bleibt. Ich habe dazu gesagt, dass der Statiker damals meinte, auf das Portemonnaie vom Team Massivhaus zu achten und nur so viel Holz wie nötig zu verbauen. Da der Statiker auch der Meinung war, dass 10cm zu wenig sind, hat die Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG bei den zweiten Nacharbeiten ein 16cm dickes Holz eingesetzt.

Hier das neue Beiholz auf dem LKW:

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Und einmal abgemessen:

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Ich hatte in einem früheren Beitrag geschrieben, dass die Plane für den Einbau des neuen Anfallgebinde geöffnet wurde und dabei die Plane einen 1,5cm breiten Schnitt erhielt. Dieser Schnitt wurde mit einem 6cm breiten Klebeband zugemacht. Ich habe damals gezeigt, dass der Hersteller der Folie eine 15cm Überlappung vorgesehen hat. Es wurde bei der vorletzten Begehung vereinbart über diesen Schnitt eine breitere Folie zu legen. Der Inhaber von Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG hatte 15cm vorgeschlagen und unser Gutachter hat 50cm vorgeschlagen. (Selbstverständlich wären mindestens 31,5cm notwendig, wollte man die Herstellervorgaben von 15cm einhalten. Wieso? Beide Seiten der Plane müssen vollständig mit jeweils 15cm überlappt werden und der Spalt von 1,5cm muss auch vollständig verdeckt sein.) Genommen wurde jetzt eine vollständige Bahn.

Hier die Handwerker bei der Arbeit:

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Hier die Plane, als die Latten noch nicht wieder rauf genagelt wurden:

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Die Plane hängt an einer Seite ein wenig durch und ist wieder mit Klebeband an beiden Seiten verklebt worden:

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Der Spalt zwischen der Originalplane wurde auf einer Seite verklebt, auf der anderen Seite ist dieser offen.

Das Dach fällt jetzt nicht länger mehr am Anfallgebinde leicht ein. Das lustige Kantholz wurde gegen Plastikabstandshalter ausgetauscht:

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Die Stützpfeiler wurden mit sogenannten Pfettenankern versehen:

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Der Nagel wurde wieder aus der Wand herausgenommen:

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Am Wochenende fehlte noch ein Bitumenbahnstück, dass dann aber erfreulicherweise am Dienstag dann doch noch vorhanden war und vermutlich zwischenzeitlich ergänzt wurde.

Nicht so erfreulich waren dann die noch vorhandenen Nägel in der Plane:

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Außerdem lagen viele Nägel verstreut auf dem Grundstück herum. Diese hier haben wir eingesammelt:

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Am Freitag ist uns auch gleich dieser Nagel an einem Balkenstich mit “Balkenstichprothese” aufgefallen:

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Außerdem waren die alten Stiche per Zapfen angeschlossen. Daher gibt es nun 4cm (hoch) x 10cm (breit) x 6,5cm (tief) große Zapfenlöcher an den Stellen, wo die alten Stiche früher waren. Hier muss der Statiker von Team Massivhaus nochmal „drüberrechnen“. (Damit ist gemeint, dass der Statiker die Zapfenlöcher in seine Berechnungen einfließen lässt und überprüft, ob die Löcher Probleme in der Statik verursachen. Update: Eine Bescheinigung des Statikers sagt aus, dass die Löcher soweit unproblematisch sind.)

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Das Dach ist weiterhin eine Bastellösung mit Balkenstichprothesen, einer fragwürdigen Krone, einer geflickten Plane mit Löchern/Nägeln drin, Zapfenlöchern und der Gefahr, dass beim Dachpfannen drauflegen weitere Fehler auffallen (Die Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG hat es abgelehnt auf diesen Dachstuhl Dachpfannen zu legen.). Dafür wollte bereits am Dienstag unser neuer Bauleiter eine Abnahme, dass der Dachstuhl nun toll und super und klasse ist und mit der Unterschrift die Gefahr des zufälligen Untergangs auf uns wechselt. Außerdem gibt es mit der Abnahme eine Beweislastumkehr: Das heißt, bei weiteren Fehler müssen wir unser Recht erstreiten. (Nicht, das wir das sowieso bereits tun…) Der Wunsch nach einer Abnahme ist für mich ein Indiz, dass wir evtl. einen Fehler am Dachstuhl übersehen haben.

Heute rief mich unser Bauleiter wieder an und teilt mir mit, dass es der Wunsch der Geschäftsleitung sei, dass wir die Abnahme unterschreiben. Ja gut, demnächst ist Weihnachten und wir wünschen uns einen neuen, fehlerfreien Dachstuhl. Aber manchmal bekommt man nicht die Dinge die man sich wünscht. Der Bauleiter teilte mir mit, dass er die Abnahme bräuchte, damit es auf der Baustelle weiter ginge. Ich habe erklärt, dass Team Massivhaus zu Beginn 3 Wochen Zeit verstreichen lassen hat (man beachte hier unsere Vertragserweiterung) und durch die Dachstuhlproblematik einen weiteren Monat Zeit verloren hat. Wenn es zu einem Baustopp durch einen Wintereinbruch kommt, dann trägt hierfür Team Massivhaus die alleinige Verantwortung. Ohne die Verzögerungen würden wir jetzt sonst lange nicht vor dem Winter stehen.

Sollte es zu einem Baustopp kommen, ohne das Dachpfannen auf dem Dach liegen, könnte ein Schneefall die Plane beschädigen, der Dachstuhl würde feucht werden und die Elektrorohinstallation könnte kaputt gehen. Zu diesen Sachschäden kämen noch Zinskosten, Mietkosten und die Vertragsstrafe für die Nichteinhaltung der Fristen.

Eine Abnahme dieses Dachstuhls unter den gegebenen Umständen ist unangebracht. Dass unser Gutachter bezüglich der Mechanik des Dachstuhls keine weiteren Fehler mehr sieht, heißt längst nicht, dass auch keine mehr vorhanden sind. (Update: Tatsächlich sprach der Dekra Gutachter das Traufblech an - hier geht es um ein MIndestgefälle, welches einzuhalten ist und Regenwasser nicht ins Dachinnere lässt -, welches aber laut neuen Bauleiter auch bereits geplant ist, und die Latten, auf denen die Dachpfannen ruhen. Bei den Latten wurde eine Verstärkung drunter genagelt, weil die Latten alle auf derselben Höhe durchtrennt wurden.)

Ich denke, es wäre daher anzuraten die Sache mit dem Dachstuhl so zu akzeptieren und ohne ein Abnahme die Arbeiten fortzusetzen und eine Entschuldigung an die Bauherren zu schicken.

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