Bautagebuch Team Massivhaus 2011 » Dritte Baubegehung des Dachstuhls

Dritte Baubegehung des Dachstuhls

Dienstag, November 15, 2011

Gestern war erneute Baubegehung auf dem Bau meines Bruders. Diesmal mit unserem neuen Bauleiter und mit dem Inhaber der Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG.

Wir waren positiv überrascht, dass mit dem Inhaber der Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG tatsächlich mal jemand auf der Baustelle anwesend war, der eine Ansage machen kann. Sehr positiv kam bei uns der Vorschlag vom Inhaber der Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG an, die überflüssigen Balkenstiche zu entfernen. Damit würden dann nur noch 10 Stiche übrig bleiben, so wie auf der anderen Seite des Daches und die Dämmung wäre wieder so hergestellt, wie es ursprünglich geplant und vorgesehen war. Der einzige, der nicht von diesem Lösungsvorschlag angetan war, das war unser neuer Bauleiter. Er war eigentlich sogar massiv gegen diesen guten Vorschlag. Der erzählte uns was von einer Lösung mit Dämmung oben auf die Stiche legen… Hä? Also Dämmung einfach auf dem Dachboden (Fläche geht verloren) in die Ecke schieben?

Der Inhaber der Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG hat außerdem angekündigt nicht mehr das Decken des Dachs zu übernehmen.

Wir hatten sowieso so einige Diskussionen mit unserem neuen Bauleiter bei dieser Begehung und immer wieder wendete er eine Art Teflon-Strategie an: Alle Argumente prallten bei ihm ab. Das fing an mit der Diskussion über die „Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit“. Wir haben hierzu von Team Massivhaus vor Beginn der Arbeiten eine auf der DIN-Norm 18195 basierende Ausführungsplanung erhalten, aus der klar hervorgeht, dass die Frostschürze unterhalb des WDVS vollständig mit Bitumendickbeschichtung abzudichten ist. Leider wurde hier bei meinem Haus ca. 4cm und bei meinem Bruder schätzungsweise 6cm und nicht vollständig abgedichtet. Das sieht unser neuer Bauleiter „persönlich anders“. Ihm wären andere Dinge wichtiger. Nur doof, dass die „anderen wichtigen“ Dinge gar nicht von uns kritisiert wurden. Herr Schacht kam zur Diskussion dazu und stellte außerdem fest, die Abdichtung wird durch eine Noppenschutzfolie zusätzlich außen am WDVS ergänzt. (Die Noppenschutzfolie wird als Eigenleistung in der Ausführungsplanung beschrieben.) Unser Bauleiter wollte dann beharrlich von mir erklärt bekommen, wozu diese Abdichtung denn nützlich sei. Da ich nur ein doofer Bauherr bin, habe ich mehrfach erklärt, dass ich den Sinn der Zeichnung und der DIN-Norm nicht erkläre, sondern nur auf eine 1 zu 1-Umsetzung bestehe! (Man bedenke, dass aus Büdelsdorf kürzlich darauf hingewiesen wurde, man würde fachgerecht und nach DIN vorgehen. Das finde ich gut.)

Warum aber Abdichtung gegen aufsteigender Feuchtigkeit? Wir haben drückendes Wasser aus dem Erdreich und wir haben Regenwasser. Beides kann in den Beton, also z.B. in die Frostschürze eindringen. Beton saugt Wasser auf. Durch den Kapillareffekt wird die Feuchtigkeit hochgezogen. Es muss daher unbedingt verhindert werden, dass die Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen kann. Passiert dies, werden die Wände feucht, sind die Wände feucht kann sich Schimmel bilden. Wenn es regnet kann natürlich die Wand dabei nass werden, logisch. Regenwasser läuft die Wand runter und kann dann zwischen WDVS und Frostschürze rein laufen. Dort tropft es nun in die Frostschürze und diese wird feucht. Das wollen wir aber verhindern. Ein großes Problem sind Stellen in der Abdichtung, die unsauber hergestellt wurden oder durch Risse usw. aufbrechen. Man muss also alles daran setzen, die Menge an Feuchtigkeit in der Frostschürze auf ein Minimum zu reduzieren. Zusätzlich wird um das Fundament eine Kiesrabatte in Eigenleistung hergestellt, damit das Regenwasser an der Frostschürze vorbei geführt wird.

Wie ich heute feststellte, wurde die Frostschürze fast vollständig rundrum mit Bauschaum ausgefüttert. Ich nehme jetzt mal an, dies soll die fehlende Bitumendickbeschichtung ausbessern. (Annahme ist falsch, siehe Update unten.)

bauschaum_bitumendickbeschichtung_1_a.png

bauschaum_bitumendickbeschichtung_2_a.png

Sehr merkwürdig war auch die Situation bezüglich des Baugerüsts von meinem Bruder. Die Firma Partner Putz hatte mich am letzten Samstag auf das Gerüst angesprochen: Es fehlen Bohlen und Vorrichtungen, mit der in den oberen Teil ordnungsgemäß gearbeitet werden kann. Man bat mich die Information an den Bauleiter bzw. der Gerüstbaufirma weiterzugeben, damit hier Abhilfe geschaffen werden kann. Unser neuer Bauleiter meinte hierzu, es wäre alles da, und er hätte zwischenzeitlich mit Partner Putz telefoniert und denen wäre nichts bekannt darüber, dass das Gerüst nicht ausreichend sei. Dann fing er uns an zu erklären, wie das Gerüst funktioniere. Aber Partner Putz kann mit so einem Gerüst umgehen. Das haben die doch eindrucksvoll an meinem Gerüst bewiesen. Dort haben Sie die Gerüstteile auf halbe Höhe geschraubt und konnten problemlos damit arbeiten. Jedoch meinten die Handwerker von Partner Putz heute (Nicht derselbe mit dem ich am Samstag gesprochen hatte.), auf der Baustelle meines Bruders, doch keine Probleme mit dem Gerüst zu haben.

Mein Bruder sprach unseren Bauleiter auf den Nagel in der Wand an. Die Antwort war unglaublich: Der Nagel würde doch nicht rosten. Bitte? Was er wohl sagen würde, wenn jemand mit der Nagelpistole bei ihm zu Hause in die Wand schießt?

nagel_wand_reingeschossen_1_d.png

Noch am Telefon wollte mir unser neuer Bauleiter etwas über Pflichten des Bauherren erzählen. Inzwischen gehe ich aber sogar schon seinen Pflichten nach. So z.B. am Samstag als Partner Putz das WDVS bei meinem Bruder angebracht hat. Im Dekra-Gutachten steht: „Am Fenstersturz fehlt aussenseitig ein Streifen Dämmung. Dieser ist vor den WDVS Arbeiten zu ergänzen.“ Die Formulierung ist hier eindeutig. Partner Putz war nicht informiert und sie waren am Samstag im Begriff das WDVS direkt über diese Stelle drüber zu bauen. Aber ich war da und habe die Firma darauf angesprochen. Partner Putz hat in das Loch passend einen WDVS-Streifen eingesetzt. Wäre ich nicht da gewesen, wäre der Mangel überbaut worden. Spannende Geschichte für den Bauleiter, muss er doch die Reparatur der aufgelisteten Mängel mit seiner Unterschrift gegenüber der Dekra bestätigen.

Wir haben unseren Bauleiter auch auf die Hohlräume in den Wänden meines Bruders angesprochen. Wieder kamen Antworten wie: Nicht schlimm. Wie will man das anders machen? (Gut, brauchen wir nur rüber gehen zu meinem Haus. Da sieht man, es geht auch ohne Hohlräume.) Ein Nachteil sind die Hohlräume auf jeden Fall immer dann, wenn man eine Schraube in die Wand einbringen will und auf so einen Hohlraum trifft. Der neue Bauleiter meinte hierzu, wenn man die Hohlräume auffüllen würde, gäbe es Wärmbrücken, da die Porenbetonsteine wärmedämmende Eigenschaften hätten. Wenn das so ist, warum wurden dann alle Löcher in den Fensterlaibungen nach Forderung der Dekra mit Beton aufgefüllt? Haben wir nun hier Wärmebrücken?

Im Dekra-Gutachten wurde auf erhöhte Unfallgefahr wegen des offenen Treppenhauses im Flur meines Bruders hingewiesen. Das ist nun schon mehrere Wochen bekannt und wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass diese Gefahrenstelle beseitigt werden muss. Unser neuer Bauleiter will sich erkundigen, welches Gewerk dafür zuständig ist, da ihm dies als neuer Mitarbeiter der Firma Team Massivhaus noch nicht bekannt sei. Um die Wichtigkeit dieses Punktes zu unterstreichen habe ich einen Bericht aus der BG Bau vom November 2011, Ausgabe 4, Seite 31 mit dem Titel „Todessturz auf Bautreppe“ vorgelegt. Hier wird von einem Unfall mit tödlichen Ausgang für einen Maurer berichtet, der durch eine nicht gesicherte Öffnung eines Neubaus auf die noch nicht fertig montierte Bautreppe fiel.

Update: Unser neuer Bauleiter hat mich heute direkt auf unsere Probleme mit der Bitumendickbeschichtung, den Dachstuhl und noch ein paar Dinge angesprochen: Die Bitumendickbeschichtung wird nachgearbeitet. Hierzu werden, voraussichtlich morgen, die untersten WDVS-Platten abgenommen. Die oben angenommene Vermutung mit dem Bauschaum stimmt somit nicht. Der Dachstuhl wird am Freitag überarbeitet. Auch das Gerüst wird entsprechend den Vorstellungen von Partner Putz aufgerüstet. Auf den nachfolgenden Bildern sieht man, dass zwei Teile der untersten WDVS-Bahn zur Überprüfung am Haus meines Bruders abgenommen wurde.

wdvs_abgenommen_1_d.png

wdvs_abgenommen_2_d.png

Update 2: Inzwischen ist nun Friede, Freude, Eierkuchen angesagt. Unser neuer Bauleiter hat signalisiert, dass es in Zukunft keine Probleme mehr geben soll. Das finde ich sehr gut. Natürlich müssen wir nun noch den Freitag abwarten, der Tag an dem die Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG ein zweites Mal zum Nachbessern kommt. Eine weitere tolle Nachricht ist, dass möglicherweise die Firma Trave Bau das “Raufwerfen der Dachpfannen” übernehmen wird.

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