Bautagebuch Team Massivhaus 2011 » Dachstuhl: Statik stimmt nicht

Dachstuhl: Statik stimmt nicht

Donnerstag, Oktober 27, 2011

Heute war Ortsbegehung mit unserem Bauleiter und dem Statiker der Firma Ingenieurbüro Matt, welche für Team Massivhaus die Statiken durchrechnet. Wir hatten hierzu einen Zimmerermeister der Firma Bauplanung Schacht als Gutachter vor Ort.

volker_schacht_bauleiter_bauuberwachung_bauvorlagen.png
http://www.bauplanung-schacht.de/

Unser Gutachter hat für uns den Dachstuhl (der Firma Wilfried Klingenberg GmbH & Co. KG auf dem Haus meines Bruders) bewertet, nachdem wir von der Firma Trave Bau gehört haben, dass sie keine Stellungnahme abgeben sollen (Das war natürlich ein eindeutiger Hinweis für uns tiefer zu graben.). Unser Gutachter hat neben dem Mangel, den wir bereits beim Dekra-Termin diskutierten, noch weitere Fehler an der Statik erkannt und hat diese im Rahmen eines Gutachtens uns zur Verfügung gestellt. In einem Vorabgespräch mit der Firma Ingenieurbüro Matt konnte bereits ein Bild über die Sachlage der Statik vermittelt werden.

Vor Ort hat der Statiker ebenfalls die Mängel erkannt und bewertet. Soweit ich das mitbekommen habe, stimmen die Einschätzungen von unserem Gutachter und dem Statiker nahezu überein. Es müssen, um aus dem Dach ein von der Statik her akzeptables Dach herzustellen, eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt werden, die das Austauschen und Hinzufügen bestimmter Komponenten im Dach erfordern. Allerdings kann das Dach nicht so umgebaut werden, dass es dann einem Widerlagerdach entspricht, so wie wir es z.B. bei mir vorfinden. Es entsteht eine Bastellösung, kann aber von der Statik her aufgewertet werden. Teilweise sind Kunstgriffe nötig. Das Loch am Dachrand beispielsweise muss mit einem Querbalken oder einem Stich gefüllt werden.

dachstuhl_loch_1_d.png

Die ins leere laufenden Schifter müssen aufgefangen werden. Das Problem ist hierbei, dass sich das Holz nach hinten hin verjüngt und daher nicht mehr die Substanz aufweist die zum Halten der schweren Dachpfannen notwendig ist. (An dieser Stelle möchte ich nochmal auf den Elefanten unseres Dekra-Gutachter zusprechen kommen. Der Gutachter meinte, man könne ohne Probleme einen Elefanten auf’s Dach stellen. Der Statiker schien mir schon sehr verwundert, dass dem Dekra-Gutachter die Mängel in der Statik gar nicht aufgefallen sind. Gerade die Geschichte mit der Belastbarkeit der Schifter widerspricht der Elefanten-These, mal davon ausgehend, dass ein ausgewachsenens Exemplar gemeint war.)

dachstuhl_ubersicht_d.png

Hier müssten evtl. zusätzliche Balken eingesetzt werden. Die alten rausnehmen stellt ein weiteres Problem dar, weil sie mit sogenannten Zapfen montiert wurden. Hierbei handelt es sich um Schrauben, die einmal durch das ganze Holz gehen. In der Balkenlage sind Löcher gefräst, in die der Stich eingesetzt wird. Dadurch wird das Holz geschwächt. Man hat bereits Risse im Holz gesehen, die darauf hingewiesen haben. Nimmt man nun die Balken inkl. Zapfen weg, dann bleiben Löcher zurück. Optisch sieht es allerdings etwas doof aus und hat man weniger Dämmung. Die neuen Balken müssen mit Balkenschuhe montiert werden, damit diese nicht auch durch die Zapfen geschwächt werden.

Die 4 Stützen müssen nachgerüstet werden. Hierbei besteht das Problem, dass für eine Stütze der notwendige Balken, auf den sie stehen muss, nachträglich reingezogen werden muss. Auch wird das Auswechseln der zu dünn gewählten Balkenlage eine aufwändige Geschichte. Die ganzen Hölzer für die Dachpfannen müssen runter, die Plane aufgeschnitten werden, damit das Anfallgebinde ausgetauscht werden kann. Ein Teil der Abweichungen wird der Statiker “nachweisen” können. (Damit ist gemeint, dass der Dachstuhl nicht gemäß der Statik errichtet wurde, man aber die Statik auf den errichteten Dachstuhl anpassen kann. Das funktioniert nur, wenn für den Dachstuhl auch eine zulässige Statik errechnet werden kann.)

Dann noch der übrige Kleinkram, wie die beidseite Vernagelung mit Blechen, warum auch immer die weggelassen wurden.

dachstuhl_korrekt_1_d.png

Der Statiker und Herr Schacht sind sich einig darüber, dass die genannten Maßnahmen (meine Darstellung ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit) dem Dach die nötige Statik verschaffen könnten, wenn sie korrekt durchgeführt würden. Allerdings bleibt das Dach nach wie vor eine Bastellösung (wird sogar noch mehr zu einer Bastellösung) und ist entfernt davon ein Dach eines “Neubaus” zu sein. Man muss also von einer Wertminderung (selbst nach Korrektur) ausgehen, dessen Wert noch festzulegen ist. Hierzu werden wir dann auch wieder auf professionelle Hilfe setzen. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass ein vollständig Zerlegen und neu Zusammenbauen mit korrekten Hölzern sogar günstiger kommt, da man dann ja wieder von einem neuwertigem Dach sprechen kann. (Was uns natürlich viel lieber wäre.)

Nochmals vielen Dank an die Firma Schacht. Die Beratung war sehr gut und hilfreich.

Update: Team Massivhaus hat angekündigt, dass die “Nacharbeiten” nicht zu einer Bastellösung führen werden und sie daher einer Wertminderung nicht zustimmen. Ich bin da persönlich gespannt, wie das umgesetzt werden soll. Dazu müssten ja die überflüssigen Balkenstiche herausgenommen bzw. versetzt werden, ansonsten verliert das Dach an Dämmeigenschaft. Wird diese Maßnahme tatsächlich umgesetzt, müsste evtl. auch die Balkenlage ausgetauscht oder irgendwie gestärkt werden, weil dort große Löcher für die Schrauben/Zapfen zurück blieben.

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